Erneuerbare Energien in Brasilien

Die Umweltbranche und der Energiesektor erleben in Brasilien derzeit ihren Höhepunkt. Die Abteilung Umwelt, Erneuerbare Energien und Energieeffizienz der deutsch-brasilianischen Industrie- und Handelskammer (AHK São Paulo) schätzte 2009 das Volumen dieses Marktes auf 7,1 Milliarden Euro. Im Kampf gegen die Verschmutzung von Boden, Wasser und Luft ist der brasilianische Markt laut Experten um fünf bis sieben Prozent gewachsen. Das voraussichtliche Wachstum in den nächsten fünf Jahren liegt zwischen fünf und sieben Prozent jährlich. Zehn Prozent der Anlagen und des Zubehörs sowie des Know-hows werden importiert, was einem Volumen von 713 Millionen Euro entspricht. Brasiliens größte Zulieferer für Umwelttechnologie sind Deutschland mit 25 Prozent (178,2 Millionen Euro) und Frankreich mit 20 Prozent.

Dabei stellt ein großer Markt die Gewinnung von Solarenergie dar. Da die Sonne in Brasilien fast immer und überall scheint, ist selbst der Standort mit den schlechtesten Einstrahlungswerten noch anderthalbmal ertragreicher als der beste in Deutschland. Seit 2008 unterzeichneten Deutschland und Brasilien ein Abkommen über eine Zusammenarbeit im Energiesektor mit Schwerpunkt auf erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. In der Folge wurden bereits mehrere Projekte realisiert, darunter die Installation einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Fußballstadions von Belo Horizonte, die seit 2013 rund 2000 Megawattstunden Strom pro Jahr erzeugt.

Neuerdings hat sich die Situation bezüglich Solarenergie vor allem gegenüber Betreibern von Micro-und Minigeneratoren geändert, da es ab März 2016 zu einer signifikanten Gesetzesänderung gekommen ist. Durch das neue Gesetz soll die Zahl der Betreiber von Solarenergieanlagen bis zum Jahre 2024 von 1.500 auf eine Million steigen und statt lediglich 112.000 Solaranlagen ganze 1.230.000 installiert werden. Das Gesetz hat unter anderem die Leistungsbegrenzung für Betreiber von 1 MW auf 5 MW erhöht und Einspeisungen von Solarenergie dürfen nun an Nutzer vermarktet werden. Außerdem soll es möglich sein, die Solarplatten nicht nur auf dem Dach sondern auch auf anderweitigen Vorrichtungen, wie beispielsweise auf speziellen Anlagen aufzubauen, was die Bewirtschaftungskosten der Anlagen senkt. Gemeinsam mit den Betreibern erlangen mithin auch Verbraucher einen wirtschaftlichen Vorteil von den neuen Regelungen, da ihnen die Installation und Bewirtschaftung eigener Solaranlagen erspart bleibt und sie durch die Anlagen preiswerten Strom erwerben können. Somit stellt das neue Gesetz einen Meilenstein in der brasilianischen Entwicklung für die Gewinnung von Solarenergie dar. Für deutsche Unternehmen eröffnen sich in jedem Fall lohnenswerte Perspektiven, zumal die deutsche Expertise auf diesem Gebiet bekannt ist und geschätzt wird.

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